Inter*Beratung in Niedersachsen

Eine Ära ging am 31.12.2019 zu Ende

Zum Ende des Jahres 2019 ging in Niedersachsen eine Ära zu Ende. Die Beratungsstelle für Intersexualität in Niedersachsen stellte nach fünfeinhalb Jahren kostenfreier, unverbindlicher und anonymer Beratung ihr Angebot ein. Seit dem Start am 01.07.2014 war die Beratungsstelle in den Räumen des Gesundheitsamts Emden die Anlaufstelle im Bundesland Niedersachsen für Eltern, Kinder und erwachsene Menschen mit einer Variation der geschlechtlichen Entwicklung.Niedersachsen hatte als erstes deutsches Bundesland die Förderung von Beratungsstrukturen speziell für Intersexualität beschlossen und dadurch dieses Angebot erst ermöglicht. Die Beratungsstelle war als Modellprojekt konzipiert und wurde durch Landesmittel gefördert. Es handelte sich um eine Kooperation zwischen QNN e.V. (Queeres Netzwerk Niedersachsen e.V.) und Intersexuelle Menschen Landesverband Niedersachsen e.V., die Räumlichkeiten wurden durch die Stadt Emden im Lifepoint gestellt. Das kostenlose Angebot war durch die Anbindung in einem Gesundheitsamt und gleichzeitige Unabhängigkeit von der Medizin einmalig in Niedersachsen, wenn nicht sogar in ganz Deutschland.

Entsprechend hoch war die Frequenz der Anfragen von Menschen, die sich aus persönlichen Gründen mit der Thematik der Intergeschlechtlichkeit auseinandersetzen wollen sowie die Menge der Anfragen von anderen Interessierten aus Lehre, Wissenschaft, Medizin oder Recht.

Wir freuen uns daher sehr, dass diese wichtige Möglichkeit der Beratung seit Anfang 2020 auf Bundesebene in abgeänderter Form fortgeführt werden kann. Alle Infos zur neuen Beratungsstelle des Bundesverbandes Intersexuelle Menschen e.V. im Rahmen des bundesweiten Kompetenznetzwerks für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt „Selbst.verständlich.Vielfalt“. finden Sie hier